Elisabeth Deim mit Exit 2016-11-16T09:04:53+00:00

Project Description

Elisabeth Deim mit Exit

elisabeth deim

Sissy Deim arbeitet als Sonderschullehrerin an der Volksschule Furth bei Göttweig (NÖ). Dort werden auch lernbehinderte und mehrfachbehinderte Kinder unterrichtet und Jugendliche auf ihr Berufsleben vorbereitet.

Seit November 2012 unterstützt die Labradorhündin Exit ihre Arbeit in der Sprach- und Leseförderung und im Klassenunterricht.
Exit gehört zum Schulalltag, sie ist Schulkamerad und Lehrerkollege in einem. Sie tut allen gut, ihre Freude beim Betreten des Schulgebäudes ist ansteckend.

Wie alles begann:

Als ich vor vier Jahren eine neue Klasse übernahm, war da Georg (Name geändert), ein großer, geschickter Junge, 13 Jahre alt, aber voller Ängste, die ihm sein Leben schwer machten. Er hatte Angst vor fremden Menschen, vor körperlichem Kontakt (Hände schütteln), und, und, und. Die größte Angst hatte er vor Hunden. Allein das ausgesprochene Wort „Hund“ führte zu panischen Reaktionen (Schreien, Kapuze über den Kopf ziehen, Ohren zuhalten, sich in der Klassenecke verkriechen). Spazieren gehen war für ihn großer Stress. Beim leisesten Hundegebell stürzte er vom Gehsteig auf die Fahrbahn und lief weg.

Mit der Zeit lernten wir uns besser kennen. Ich erzählte ihm von meiner Familie und meinem Hund Exit. Am Anfang wollte er nichts davon wissen, reagierte in seinen oft geübten Verhaltensmustern. Nach und nach zeigte er, beeinflusst durch seine Klassenkameraden, Interesse an meinen Geschichten. Bald fragte er, was denn Exit am Vormittag mache, was sie frisst, usw.

Der nächste Schritt war, dass ich Fotos von meiner Hündin mitbrachte. Die erste große Mutprobe war, dass ich ein Foto von Exit vorne auf sein Heft kleben durfte.

Zu diesem Zeitpunkt begann ich mit dem Gedanken zu spielen ein Therapiehundeteam, also einen Hundeführer mit Hund, einzuladen. Aber alle Überlegungen scheiterten an der Tatsache, dass Georgs Angst vor fremden Personen dieses Vorhaben erschweren würde.
Ich hatte einen guten Hund im richtigen Alter zu Hause und nur weil er schwarz ist, war ich bis dahin nicht auf die Idee gekommen, mit Exit in der Schule zu arbeiten. Georg kannte Exit von Erzählungen und Fotos, also war der logische Schritt, diesen Hund einzusetzen.

Ich suchte nach der für uns bestmöglichen Ausbildung damit das, was ich vor hatte, Hand und Fuß hatte. Ich erfuhr von den Risiken, die ich einging, erhielt aber gleichzeitig ein festes Fundament, auf dem ich aufbauen konnte und lernte vor allem andere Therapiehundeteams und deren Arbeit kennen.

Seit November 2012 machen Exit und ich unsere Erfahrungen in der Schule. Georg und Exit bauten ihre Freundschaft in ganz kleinen Schritten auf. Die erste Bewährungsprobe war für Georg als der Schulinspektor bei einer Hundestunde zusah. Eine fremde Person und ein Hund, zwei Dinge, die ein Jahr zuvor noch undenkbar gewesen wären. Georg hielt sich tapfer.

elisabeth daim 3

Heute bewegt sich Exit ohne Leine in der Klasse, Georg geht zu ihr und streichelt sie, bei unseren Spaziergängen nimmt er sie an die Leine und auf der Wiese wirft er ihr das Stöckchen.
Kommenden Juni wird Georg unsere Schule verlassen um in das Berufsleben einzutreten.

Auf dieser Webseite werden Cookies für ein besseres Surferlebnis wie z.B. Funktionen für soziale Medien, verwendet. Mit "Akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close